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Analoge Synthesizer haben ausgedient..

  • #31
Summa schrieb:
Naja, manchmal hab' ich das Gefuehl dass Equipment fuer viele schon deshalb gutklingend sein muss, weils Analog aufgebaut ist. Aber auch in dem Bereich gibt's gutes und schlechtes Equipment...

Wenn man mal von bestimmten klanglichen Eigenarten, wie analoge Saettigung, nie zweimal die selbe Wellenform, zufaellige Variationen in der Filterkurve, Aliasing vs. Noise Probleme etc. absieht, gibt's von den klanglichen Moeglichkeiten ja praktisch keine Unterschiede...

danke!! wichtiger punkt.. an zzt noch wenigen und zunehmend mehrwerdenden beispielen kann man das aber erahnen: da geht was.. aber GUT ist noch immer nicht Standard ;)
 
  • #32
Re: [quote:9192c19f97=*Phelios*]Die Preisfrage ist auch nich

Summa schrieb:
Es gibt auch massenhaft Zeug das der A6 nicht kann, wenn man ihn mit div. digitalen wie G2, FS1R, Tera oder Reaktor vergleicht, aber ist das ab einem bestimmtem Punkt wirklich noch das entscheidende Argument?
Beim Analogen stelle ich mir doch eher die Frage ob er sich klanglich fuer mich lohnt und erst danach schaue ich auf die Feature Liste...
Dass ich so was von dir noch mal höre! ;)
Die Featureliste ist eben ein Argument von mehreren, wie wichtig das ist möge jeder selbst entscheiden. Ich hab dich eigentlich immer für einen Paramter-Ritter gehalten (und das ist nicht negativ gemeint)! :)
Übrigens würde ich mir die Frage ("lohnt sich das klanglich?") auch bei einem Digitalen stellen, nicht nur bei Analogen. Daher besitze ich auch noch keinen K5000 - weil ich bisher nicht zu der Überzeugung gelangt bin, dass sich das wirklich lohnt.
 
  • #33
Summa schrieb:
Wenn man mal von bestimmten klanglichen Eigenarten, wie analoge Saettigung, nie zweimal die selbe Wellenform, zufaellige Variationen in der Filterkurve, Aliasing vs. Noise Probleme etc. absieht, gibt's von den klanglichen Moeglichkeiten ja praktisch keine Unterschiede...
Ja, von was willst du denn noch alles absehen? :wft:
Ich glaube, ich verstehe dein Posting noch nicht so richtig.
 
  • #34
Jörg schrieb:
Summa schrieb:
Wenn man mal von bestimmten klanglichen Eigenarten, wie analoge Saettigung, nie zweimal die selbe Wellenform, zufaellige Variationen in der Filterkurve, Aliasing vs. Noise Probleme etc. absieht, gibt's von den klanglichen Moeglichkeiten ja praktisch keine Unterschiede...
Ja, von was willst du denn noch alles absehen? :wft:
Ich glaube, ich verstehe dein Posting noch nicht so richtig.

Bezog sich auf das...

DANN wären wir beim Thema: Kann Analog was, was man irgendwie überraschen finden könnte?.. etc..

Weil Analog ja keine Synthese-Form sondern "nur" eine Form der technischen Umsetzung...
 
  • #35
JA, schon, jedoch gibt es genau TECHNIKBEDINGT einige Dinge, die mit Analog-TEch nicht gehen oder sehr sehr sehr aufwendig sind.. es gibt ja Grenzen..
 
  • #36
Naja, vom Aufwand mal abgesehen, kann man klanglich das meiste eh auf klangliche Kernkomponenten (Formanten, Texturen) reduzieren. Die Aufgabe der Synthese-Formen besteht imho darin, diese Elemente auf eine moeglichst einfache Art moeglichst individuell kontrollierbar zu machen...

Analog (zumindest die guten Synths) hat zwei Vorteile, es erzeugt automatisch Formante, wo an sich keine hingehoeren und es erzeugt Texturen, wo rein mathematisch keine sein sollten... ;)
 
  • #37
..und schwurbelt nicht.. dafür gibt es nichts, was so abgeht, wie es ansich per def. gedacht ist.. sicher..

einfach: nun, sowas geht aber nicht nur bei analogen..
 
  • #40
Die typischen VAs sind ja seltener geworden oder sind keine VAs in dem Sinne mehr.
Man darf wieder mehr können und dazu aber auch so sensationelle Teile wie der UDO Dmno. Der erscheint mir wirklich hochwertig im Klang, so richtig auf dem Level, was viele meinen wenn sie "analog" hören.
Der kommt ja erst Anfang 2026, aber wird aus meiner Sicht der klanglich am meisten in diese Richtung zeigen.

Denke auch der Vectra kann das.
Gemeint ist der:
Wenn der nicht so teuer wäre, wäre das echt was, was man mal …
 
  • #41
Fazit: Analoge haben in Sachen Innovation ausgedient?
Kann es Innovationen bei analog noch geben?
Nein. Analoge Synthesizer haben nicht ausgedient. Unter all meinen Synthesizern sind die Analogen nach wie vor die, die für meine Ohren am besten klingen. Vor allem aber ist die unmittelbare Bedienung das musikalisch Entscheidende. Ich bewege einen Fader oder ein Poti und dann kommt ohne Parameter-Sprünge "analog" genau die gewünschte Änderung des Klanges.

Digitale Synths sind in den letzten Jahren immer besser geworden. Aber niemand könnte mir meinen (K)ARP Odyssey oder mein Doepfer-System, nicht mal meinen Waldorf Pulse digital irgendwie ersetzen.
 
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M.i.a.u.: Moogulator
  • #42
Ist das bei Innovation auch so? Gibt es den super neuen tollen und genialen Klang bei analog heute? Oder kommt das eher aus anderen Synths?
 
  • #43
Ist das bei Innovation auch so? Gibt es den super neuen tollen und genialen Klang bei analog heute? Oder kommt das eher aus anderen Synths?
Schwierig. Analog ist eher bewährt und etabliert, weniger innovativ. Innovation sehe ich insbesondere im Modular-Bereich eher in den hybriden Ansätzen. Selbst Doepfer oder Ladik machen, was Steuerung angeht, immer mehr digital. Das heißt: analoge Klangerzeugung, aber digitale Steuerung. Da geht noch viel.
 
  • #44
Hatte ja 2 genannt, würde auch den Moog Muse (etc) hier einordnen. Übersehe ich was? Ich meine neuere Synths, die alten sind logischerweise eh alt.
Soma Pulsar 23? Sowas ist ja analog.

Ist das innovativ oder "irgendwie wie Vintage - und deshalb gut"?
 
  • #45
Es ist die Frage, wofür man einen Synth nutzt. Es gibt ja auch keine riesige Innovation bei Blasinstrumenten und trotzdem werden sie genutzt. Was vielleicht vorbei ist, ist dass ein analoger Synth einen neuen Musikstil hervorruft.

Ich würde ja einen analogen Synth mit einem integrierten Tape als Effekt verkaufen. Das wäre unique. Oder einen den man nur mit einem Schraubenzieher bedienen kann. Er hat 100 Schrauben und je nach dem wie fest man sie anzieht, kommt ein anderer Ton raus.
 
  • #46
gute Frage kann natürlich auch sein, ob ein Synth irgendeiner Art heute einen neuen Stil ausrufen könnte. Heute würde man das ggf. nicht "bemerken", denn nach Techno und Co ist man Stockhausen-Sounds einfach mehr gewohnt. Dh - wenns Schrabbelt und Bratzelt …

Aber - pauschal gesagt - innovativ sein mit analogen Synths, ist das möglich?
Vorlieben und Rückblicke meine ich nicht, sondern wirklich das "relativ" gesehene Gefühl - da habe ich echt etwas, was wirklich die Zukunft ist. Was so nie gemacht wurde…

Würde mich einfach interessieren, wie und wo das genau liegt. Das mit dem Tape gibt es indirekt schon - Tape Echo. Erfreut sich großer Beliebtheit - wenn auch eher nicht als Innovation - außer man kann das mit der Tastatur tonal spielen, sowas gibt es ja auch. "Sparmelotron für Nichtmillionäre"

Es gab ja auch analog anders in Form des Gamechanger Audio Motor Synth
https://www.sequencer.de/synthesizer/threads/gamechanger-audio-motor-synth.148430/page-2#post-2705314
 
  • #47
Hatte ja 2 genannt, würde auch den Moog Muse (etc) hier einordnen. Übersehe ich was? Ich meine neuere Synths, die alten sind logischerweise eh alt.
Soma Pulsar 23? Sowas ist ja analog.

Ist das innovativ oder "irgendwie wie Vintage - und deshalb gut"?
Ich kann das ehrlich gesagt nicht beantworten, da ich die beiden Synths noch nicht anspielen konnte. Es kommt mir aber eher so vor, als sei das im Prinzip nichts Neues, nur vielleicht besonders gut in den Features ausgelegt und im Design besonders gut verpackt.

Ich denke bei "analog" ja in erster Linie an Modularsysteme. Da ist und bleibt ja der Vorteil, dass sich individuell genau die Synthese-Architektur zusammenstellen lässt, die man haben möchte. Und dann auch noch mit der jeweiligen Klangstruktur, die man bevorzugt. Da ist im Grunde jede System-Zusammenstellung eine Innovation. Die Bauteile (Module) mögen konservativ sein, das Gesamt-System ist immer individuell. Das schätze ich sehr.
 
  • #48
Das ist natürlich auch ein "Hirnspiel", würde mich interessieren was jeweils du oder jeder hier das sieht.

Ich hab mich quasi geouted, wo ich das sehe, damals war es vielleicht das was das Neuronium machen müsste, wenn man noch nicht weiss, wie es klingt. DSP gesteuerte Analog-Reso-Filter.

Modular - ah, ja, das stimmt - seit dem Start sind die so deutlich zurück gekommen und innovativ würde ich die Module da schon nennen, analog sind sie aber nicht unbedingt, Morphagene oder sowas - ist ja nicht analog. Aber arbeitet mit analogen Spannungen. Aber der Ansatz ist gut, ggf. auch hybrid. Speicherbare Routingmatrix wäre auch sowas, wo digital super ist, analog aber klanglich spannender…

ich mochte übrigens den Prophet 12
 
  • #49
Wobei ich gerade seit ein paar Stunden an meinem Iridium Core sitze und immer wieder Bauklötze staune, was da heraus kommen kann, wenn ich nur mal um die Ecke denke. Also "digital" kann schon auch toll sein.
 
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M.i.a.u.: Moogulator
  • #50
Allerdings - aber der ist digital. Ich finde, dass die spannenden Module und Dinge eigentlich digital sind oder sehr stark mit digitaler Technik. Vieles ist sogar eher hybrid als analog, weil wir ja lange die Hauptaudiobaugruppen als analog bezeichen und damit dann den Synth - s'kommt natürlich drauf an was raus kommt.

Daher - auch die Frage - wo und wir wir das erkennen und noch mehr wo es hin gehen könnte und sollte?
 
  • #51
Na ja, meine Lieblings-Synthesizer sind - wie schon gesagt - aktuell der (K)ARP Odyssey, mein Doepfer-System und der Waldorf Pulse. Letzterer ist ja auch schon seit sehr langer Zeit mein Favorit.

Die sind ja alle ein bisschen hybrid in dem Sinne, dass sie sich alle mehr oder weniger per MIDI steuern lassen, der Pulse hat DCOs usw. Aber sie sind eben analog bzgl. der Klangerzeugung.

Ich mag den Waldorf µQ und Blofeld sehr und auch den Quantum und Iridium (Core). Aber so richtig intuitive Musikinstrumente sind sie für mich nicht. Man muss zu viel "Technik" bewältigen, um da gute Klänge herauszuholen. Vielleicht ist es das.

Am Odyssey einfach mit den Händen zu spielen, ist für mich schwer zu übertreffen. Das sind so wenige Module, die da zusammengeführt sind. Aber damit geht so viel. Das ist wie eine Gitarre oder Geige oder ein Klavier. Ein vollendet gelungenes Musikinstrument mit genau den richtigen Bauteilen an der richtigen Stelle. Innovativ ist dieser Synth natürlich nicht (mehr). Es ist nur ein sehr gutes, bewährtes Musikinstrument.
 
  • #52
Der Q wurde filtertechnisch dem Pulse sogar nachempfunden. Das war jedenfalls das Ziel damals.
Blofeld damit auch. Polypulse quasi.
Ja, der Q galt damals klar als fortschrittlicher VA, der Q+ war in meiner Hand, hab auch was damit aufgenommen - aber konnte von der analogen Abteilung nicht sooo viel mehr rausziehen. Heute kann das der Blofeld natürlich gut abdecken, der heute ja auch alt ist.

Das mit dem Odyssey kann ich verstehe - besonders wenn du mir sagst, wie du ihn benutzt, spielst. Hilft mir dann mehr, hier muss man leider öfter bitten, bis sowas auch geschrieben wird - meist ist es ja alles nur der Synth selbst - aber am Ende ist meine Frage natürlich mehr.
Organisch - fand ich den immer.
Meiner ist leider explodiert - hab daher auch nur noch den Korgessey.
 
  • #53
gute Frage kann natürlich auch sein, ob ein Synth irgendeiner Art heute einen neuen Stil ausrufen könnte. Heute würde man das ggf. nicht "bemerken", denn nach Techno und Co ist man Stockhausen-Sounds einfach mehr gewohnt. Dh - wenns Schrabbelt und Bratzelt …

Aber - pauschal gesagt - innovativ sein mit analogen Synths, ist das möglich?
Vorlieben und Rückblicke meine ich nicht, sondern wirklich das "relativ" gesehene Gefühl - da habe ich echt etwas, was wirklich die Zukunft ist. Was so nie gemacht wurde…

Würde mich einfach interessieren, wie und wo das genau liegt. Das mit dem Tape gibt es indirekt schon - Tape Echo. Erfreut sich großer Beliebtheit - wenn auch eher nicht als Innovation - außer man kann das mit der Tastatur tonal spielen, sowas gibt es ja auch. "Sparmelotron für Nichtmillionäre"

Es gab ja auch analog anders in Form des Gamechanger Audio Motor Synth
https://www.sequencer.de/synthesizer/threads/gamechanger-audio-motor-synth.148430/page-2#post-2705314

Hardware-Synths, so wie alle andere Hardware, war früher ein essentieller Bestandteil von professioneller Musikproduktion. Heute spielen Hardware-Synths in der Musikproduktion nur noch eine untergeordnete Rolle. Es hat sich gewandelt von extrem teuren Profigerät, zu Hobby-Spielzeug. Deshalb muss man auch genau da ansetzen. Ein Entdeckungsspielzeug muss es sein, ein Gerät was man erforschen kann, nicht unbedingt ein Gerät, was einem neue Sounds für einen Hit generiert. Es muss eine flache, aber lang anhalten Lernkurve haben.

Ich würde ja so manuelle Dinge einbauen, zum Beispiel ne Fahradklingel, die von nem Mikro aufgenommen wird und die man dann mit Verfremdung in alle möglichen Sounds umwandeln kann. Aber man muss die Klingel halt jedes mal anschlagen. Man muss quasi was erzeugen, was die Illusion erzeugt, man würde Dinge mit den Händen "spielen". Ich stelle mir das wie so ein Motorikboard für 2 Jährige vor...nur das man damit halt Dinge modulieren kann.

Tape Echo war doch kein Synth...das doch ein Effekt. Es geht darum so visuelle Dinge einzubauen, ein Band dreht sich usw.
 
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M.i.a.u.: notreallydubstep
  • #54
untergeordnete Rolle.
sicher? Mir geht es hier natürlich nicht um gut/schlecht, eher um die möglichst authentische Idee, was ein Analoge wirklich kann und was andere besser können.
Auch absichtlich in Software gepostet, kann natürlich auch nach SyntheTisch, wo sowas eigentlich hin gehört.

Tape Echo: ich meine trackbares Band, sowas gibt es ja. Technisch machbar als Ergänzung, der heimliche 5. Oszillator.

Fahrradklingel - wär jetzt nicht so mein heimlicher Hit. Da find ich den Dmno spannender.
 
  • #55
Der Q wurde filtertechnisch dem Pulse sogar nachempfunden. Das war jedenfalls das Ziel damals.
Blofeld damit auch. Polypulse quasi.
Ja, der Q galt damals klar als fortschrittlicher VA, der Q+ war in meiner Hand, hab auch was damit aufgenommen - aber konnte von der analogen Abteilung nicht sooo viel mehr rausziehen. Heute kann das der Blofeld natürlich gut abdecken, der heute ja auch alt ist.

Das mit dem Odyssey kann ich verstehe - besonders wenn du mir sagst, wie du ihn benutzt, spielst. Hilft mir dann mehr, hier muss man leider öfter bitten, bis sowas auch geschrieben wird - meist ist es ja alles nur der Synth selbst - aber am Ende ist meine Frage natürlich mehr.
Organisch - fand ich den immer.
Meiner ist leider explodiert - hab daher auch nur noch den Korgessey.
Ja, wir haben da ja ähnliche Erfahrungen. Ich hatte ja auch den Q+ und fand den eher nicht so gewinnbringend. Meine favorisierte Variante ist das µQ-Keyboard, das treu links neben mir steht, während ich dies schreibe. Ich hatte mein erstes dummerweise damals mal verkauft. Dann - Jahre später - hat mir @vogel seines dankenswerterweise für einen Obolus überlassen. Der Iridium Core steht direkt vor mir, meine beiden Pulse mit dem Stereoping-Programmer befinden sich linkerhand und das Doepfer/Ladik-Modularsytem rechterhand. Hinter mir steht der alte Korg Poly 61M. Sehr viel analog also, aber nicht dogmatisch.

Mein ARP ist natürlich auch ein (K)ARP. Ich habe den erst sehr spät entdeckt. Ein wirklich tolles Musikinstrument. Ich kann das nicht oft genug sagen. Hier im Forum schwören ja viele auf Moog, mir gefällt ARP wirklich deutlich besser.
 
  • #56
... "ausgedient" würde ich nicht sagen. Es geht mE um Hörgewohnheiten, also Klang und Klänge, die kapitalisierbar sind. Und um Geräte, die kapitalisierbar sind. Sonst machst du einen PPG 1003 für 10.000 Euro, der super wenig kann, aber klanglich irgendwas Geiles kann, das aber nur 100 Leute geil finden. Da leisten doch heute Prophet, Minimoog und TR 1000 noch viele gute Dienste.

Bsp: TR 808: Innovativ war die TR 808 nur in dem Sinne, dass sie, als sie rauskam, KEINE kapitalisierbaren Hörgewohnheiten funktional befriedigte (sample-rock-drums warrn hip, als sie rauskam), und nur Schlagzeug funktional irgendwie "komisch klingend" abbildete. Als dann die kapitalisierbaren Hörgewohnheit für die "analogen Klänge " der 808 erfunden wurden (techno/schmusepuse electronica-pop), wurden die "analogen Schaltungen" der 808 zum Klassiker. Der Witz ist nicht, dass es analog ist, oder digital ist, sondern was gerade, fortschrittstechnisch, gegen Gewinn produziert werden kann.

Die "analogen Synths, die wohl ausgedient haben" sind doch nur, die, die wir kennen – weil sie gut kapitalsierbar sind/waren und "gut" (= Hörgewohnheit plus ein bissl speziell) klangen. Keine Ahnung, was man aus spannungsgesteuerten Circuits oder ICs, alles designen kann, um sie noch ganz anders musikalisch zu nutzen. Ein Solar 42 geht auf Oszillator-Menge, ein Cric geht auf analoge Funktionsbausteine, ein Redshift auf nen schickes Analoges Osci-Design, der Landscape Noon hat macht das passiv. Da geht doch einiges. Die mutigen Synth-Bauer sind halt selten. Und der DMNO von UDO reizt mit analogem Routing und Bussen und krassem Filterdeseign unsere Gehörgewohnheiten für 15% ins geliebt-ungehört-ungewohnte Terrain: das ist kapitalisierbar, weil gerne hörbar. Es gibt analoge Synths mit mechanischen Motoren, Röhren und elektromagnetischen Feldern. Interessiert halt keinen ... könnte aber super dienlich sein, wenn man Mut hat, was mittzuteilen hat UND es den Leuten abringen kann ein bissl die lauschige Lausch-Komfort-Zone zu verlassen. Ein Synth, der kontrolliert mit Mixer-Feedbackschleifen arbeitet und nicht nur nach Apokalypse klingt, wäre wahrschenlich super dienlich, weil er fett klingt.

Kurz: Das Thema Analoge Klangerzeugung dient erst mal NUR der Kapitalisierung. Und die Analogen Synths, die wir noch nicht kennen, weil sie noch keiner gebaut hat, weil "unsere" Ohren (uns = Synth-Hersteller, Musiker, Publikum) die Ästhetik von irgendwelchen fancy Analogschaltungen nicht hören wollen oder nicht gewohnt sind, haben alle null Komma null ausgedient. Die warten auf ihre Zeit.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Daumen hoch
M.i.a.u.: Horn
  • #57
Hier geht es auch darum, was potentielle Käufer erwarten. Was erwarten sie von einem analogen Synthesizer? Roland JD-XA war z.B. davon abweichend. Ja, ok, Digitalparts hat er dazu, aber die analogen waren auch nicht gerade so implementiert, wie erwartet. Der TimbreWolf muss jetzt wahrscheinlich nicht unbedingt als große Innovation besprochen werden. ;) Der ist ohne Digitalparts ausgekommen. ;)
Was mir gerade noch einfällt, wäre z.B. der Korg Phase8. Da wird schon versucht innovativ zu sein, indem man im Prinzip bekannte Techniken miteinander kombiniert. Elektroakustik + Synthese. Wobei der Chef-Entwickler erzählt, dass Phase8 das Gerät deswegen heißt, weil es 8 Entwicklungsphasen durchlaufen ist, bis man in der Phase 8 angelangt ist, die dann auch im fertigen Produkt umgesetzt wird. Und das war nicht strikt aufeinander aufbauend, sondern es wurden Entwicklungsphasen bzw. Teile davon verworfen. Klar müssen auch andere bzw. bei anderen Projekten das manchmal auch so machen. Tom Oberheim hat z.B. erzählt, dass das "Geheimnis" seines Klangs die Verzerrung ist. Dass ihm die cleane Ausführung seiner Synthese-Schaltung nicht gefallen hat, er mit geänderten Werten der Bauelemente experimentiert hat, Verzerrung reinbekommen hat, die ihm klanglich dann zugesagt hat. Ein einziger Regler für Verzerrung hätte da wohl nicht gereicht. Da mussten die einzelnen Stimmen für ihn so klingen, wobei das schon beim 4-Voice so anfing oder noch früher.
Dann hätten wir z.B. noch Drum-Synthesizer mit analoger Technik. Ich denke, auch beim TR-1000 wurde der Versuch unternommen, eine ältere und immer noch nachgefragte Technologie mit innovativen Ansätzen von heute zu kombinieren.
 
  • Daumen hoch
M.i.a.u.: kernelkid
  • #58
Wo die VA-Zeit vorbei ist - ist eigentlich die These heute richtig oder nicht?

Den Link dazwischen suche ich noch. Dass der VA vom Plugin zerlegt wurde, ist ja offensichtlich, aber Analoge spriessen dafür an jeder Ecke, vom Bühnenbomber bis zum Hobbyspielzeug. Und ich sehe da allenfalls Kapitalismus als Problem, nicht mangelnde Innovation. Die Welt wichst nunmal lieber auf das, was sie bereits kennt, und ignoriert innovative Buden (ob analog oder nicht) für gewöhnlich in die Obskurität (oder die Insolvenz).
 
  • Zustimmung
M.i.a.u.: kernelkid
  • #59
Meine bescheidene Erkenntnis aus 60 Jahren Musik-Liebe: Kein Geräusch, das von menschlichen Gehirnen als Musik erkannt wird, hat "ausgedient", solange der Höreindruck zu mindestens 80% geliked werden kann und maximal 20% angenehm überrascht. Am Ende geht es doch eh nur darum, die Zeit zu vergessen.
 
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