der A4 Synth./Sequenzer besticht durch seinen absolut exzellenten Klang. Ich bin immer überrascht was Andere so alles aus dem GRP rauszaubern! Mir wollen solche Sounds nicht gelingen, zumindest nicht auf Anhieb. Manchmal sitz ich ein zwei Std. vor dem GRP und komme am Ende zu einem ganz anderen Ergebniss.
Für mich ist die größte bauartbedingte Einschränkung die nicht Speicherbarkeit.
Hab ich am Ende einer Session den für mich ultimativen Sound gefunden, zwingt der A4 nachfolgend zur totalen Enthaltsamkeit. Heißt: Finger weg!
Mach ich trotzdem weiter, ist das Patch spätestens nach 10 / 15 Schritten unwiderbringlich verloren.
Es ist wie im Schach; d. h.: die zurückliegenden 25 - 50 Schritte rekapitulieren, bzw. ein kalguliert erwartetes Ergebniss ebenso schon 25 Schritte vorhersehen / hören können. Genau so wird man Großmeister!
Bei relativ einfachen Synthesizerstrukturen (bestes Beispiel "nicht modulare"
Moog) ist das easy. Nicht so beim GRP. Hier sind einfach zu viele Parameter im Spiel.
Zur Oberflächenstruktur:
Es heißt, der A4 wäre ein "schneller" Synth. OK, geht schon "schnell" wenn sämtliche Parameter aufs Panel gelegt sind.
Allerdings würde das im Umkehrschluss bedeuten, ein Code 8 wäre ein langsamer. Völliger Quatsch! Die Bedienung ist nur eine völlig andere.
Wer die komlexen Strukturen eines übers Display gesteuerten Synthesizers wie z.B dem Kurzweil K 2xxx und viele andere. verstanden hat und solche Steuerungen gewohnt ist, ist im Endeffekt fast genauso schnell.
Zum Code 8 hab ich an anderer Stelle hier im Forum gelesen, dass nach zwei Stunden antesten im Laden nix spannendes herauskam….
kl~ak schrieb" ... liegt sicher an mir - von der optik her dachte ich an nen polyphonen moog und klanglich hatte ich prophetensound erwartet. beides gab es nicht - nach 2 stunden stirnrunzeln und achselzucken hab ichs aufgegeben mich zu versuchen selbst zu überzeugen. ….habe den allerdings auch nur bei schneiders angespielt und hatte den nicht zu hause."
Ok, das kann ich verstehen, zwei Std. ist nix um die Strukturen und damit die Möglichkeiten eines Code 8 auszuloten.
Zudem hatte Andreas, so weit ich mich erinnere, nur einen stimmenmässig limitierten Code ohne die optionalen Filtervarianten im Laden.
Weiter: ein Code8 ist kein Moog, kein Oberheim, kein CS80, eben so wie ein GRP kein Oberheim ist, nur weil dieser eine einem Oberheim nachempfundene Filter-Schaltungsvariante hat. Unrealistisch anzunehmen, man könne mit Code oder GRP Retrosounds reproduzieren. Das ist nicht Sinn und Zweck eines modernen Analogen.
Im Übrigen: Auch ich hatte am ersten Tag mit dem GRP A4 das Problem die Struktur bzw. deren Verschaltungsmöglichkeit auf Anhieb zu durchschauen! Erst mal mit der riesigen Oberfläche klarkommen. So viele Schalter und Knöpfe! Diese können am Anfang auch die Übersicht behindern. Synthfreaks, die riesige Modularsysteme gewohnt sind, werden sich sicherlich viel schneller zurechtfinden.
Dafür hab ich bis auf wenige Features auch kein Handbuch gebraucht; einfach probieren, genau hinhören was passiert und ein bisserl nachdenken; damit sind nahezu 90% auch ohne Handbuch intuitiv begreifbar. Toll!
Betreffs der physikalischen Ausmaße eines A4 hab ich trotz des einzigartigen Designs immer das Gefühl, dass die max. Größe eines sinnvollen Panels erreicht ist. Noch größer ist nicht noch besser, da dann die Übersichtlichkeit wieder darunter leidet. Und genau an diesem Punkt geht der A8 noch weiter. Noch größer, noch mehr Schalter und Knöpfe! Das bedeutet aber auch, je dichter ich vor dem Gerät sitze, desto eingeschränkter ist das Blickfeld auf alle Komponenten und damit die Übersicht auf die Bedienung.
Da wie der Synthesizer, der interne Sequenzer ebenfalls nicht speicherbar ist, kann der A4/A8 ev. auch zum Lustkiller werden. Für diesen Fall bleibt als Speicherersatz nur permanentes Mitschneiden bzw. Aufnehmen.
Diese Einschränkung kann, muss aber nicht stören. Alle Modularbesitzer können schliesslich auch ohne Speicher leben.
Wenns allerdings um die Soundengine geht, ist der GRP ein ganz Überragender! Alle Vergleiche zu anderen Monophonen / Polyphonen erübrigen sich durch diesen einzigartigen Klang. Ich käme daher nie auf die Idee, ihn mit einem MacBeth M5, einem Code 8 oder anderen Boliden zu vergleichen.
Da dieses Jahr nochmals eine Serie von ca 30Stk. aufgelegt wird, war es mir übrigens durchaus ein Gedanke wert, ev. einen zweiten A4 hinzustellen, was auch durchaus Sinn machen könnte. Von dieser Idee bin ich aber letztendlich doch wieder abgekommen, da mir ein gebrauchter M5 dann doch noch mal ganz andere Möglichkeiten eröffnen würde.
Konsequent durchdacht ergibt sich in einer ausgewogenen Kombination unterschiedlicher Superboliden eine klangliche Basis, die ich nie mehr missen will.
Also bleibt der A4 bis ich das zeitliche segne!
So nun schnell zum Fussball Holland - Argentinien und ich bin weg
Viel Spaß
Chris