Kassettenrekorder Shutoff

Dieses Thema im Forum "DAW / Komposition" wurde erstellt von denbug, 16. Mai 2010.

  1. denbug

    denbug Tach

    Kennt sich jemand mit dem automatischen Abschaltmechanismus von Kassetterekordern aus?
    Es handelt sich um einen BASF Diamant 3000, welcher trotz erneuerter Keilriemen automatisch nach 3 Sekunden abschaltet.
    Hier ist ein Foto vom Innenleben:

    [​IMG]
     
  2. Anonymous

    Anonymous Guest

    Hypothese: Es gibt ein Teil, was die Drehung erkennt. Diese Erkennung funktioniert nicht mehr.
    (Diese golden segmentierte Rädchen könnte ein Teil davon sein)
     
  3. Hallo debug

    Auf dem von Fetz erwähnten (metallisch beschichteten) "segmentierten Rad" liegen zwei Schleiferkontakte auf. Bei Drehung des Rädchens werden diese Kontakte (elektrisch gesehen) pulsierend kurzgeschlossen und geöffnet.
    Wichtig ist, daß diese Schleifer-Kontakte sauber und exakt aufliegen, und sich das Rädchen während des Kassettenbetriebes dreht.

    Möglicherweise wird dieses Rädchen auf der Unterseite des Laufwerkes von einer zusätzlichen Peese (Gummi-Riemen) (vielleicht in Verbindung mit einem mechanischen "Band-Zählwerk") angetrieben.

    Herzliche Grüße
    Christian
     
  4. denbug

    denbug Tach

    Danke! Dort scheint tatsächlich das Problem zu liegen. Das Rädchen dreht sich nicht, weil sich der unter dem Metallrahmen liegende Keilriemen, wie alle anderen, ebenfalls in Erdöl verwandelt hat. Das wird ein Akt, das alles auseinander zu nehmen und später wieder zusammenzusetzen. Lässt sich wohl nicht ohne Weiteres überbrücken, oder?
     
  5. Hallo denbug

    Das Zerlegen wird Dir wohl (möglicherweise) nicht erspart bleiben. Du mußt versuchen, das GESAMTE Laufwerk (als Einheit) dem Gehäuse zu entnehmen (Von der anderen Seite müßte dann die Mechanik offen zugänglich sein).
    Auf dem Photo kann man leider nicht näher erkennen, an welchen Stellen das Laufwerk noch im Kunststoff-Gehäuse festgeschraubt ist.

    Es gibt zwei Ausführungen von Endabschaltungsmechanismen:

    1.) Die Stromzufuhr zum Motor wird elektronisch unterbrochen. Hier Änderungen durchzuführen wäre viel zu kompliziert.

    2.) Ein Elektromagnet "zieht an", und löst den Stopbereich der Mechanik aus. Hier könnte man versuchen, einfach die Spulen-Zuleitungen des Elektromagnetes abzulöten, um so den Abschaltmechanismus zu eliminieren.
    Man sieht es schlecht auf dem Photo, aber dieses (mit schwarzem Isolierband umwickelte) Spulen-Element (ganz oben am Rand im Bild) neben der Schwungmasse, sieht mir wie ein Elektromagnet aus.
    Um dies zu Überprüfen mußt Du das Gerät in Betrieb nehmen und dort (bei diesem Element) die Mechanik beobachten. Falls es sich dabei um ein Elektro-Zugmagnet handelt, wird (beim Auslösen der Endabschaltung) seitlich ein Metallbolzen eingezogen, der außen (über Umwege) die Tastenmechanik bewegt.
    Weiters müßte man dann die Zuleitung zur Zugmagnet-Spule sehen und (zum Print hin) verfolgen können.
    Aber, wie gesagt: Ich kann es auf dem Photo nicht genau erkennen.

    Übrigens:
    Was hast Du da eigentlich für eine komische "Flachpeese" (Flachriemen) eingebaut? Ist das etwa ein simpler "Einweckglas-Gummi oder so etwas Ähnliches?

    Herzliche Grüße
    Christian
     
  6. denbug

    denbug Tach

    Joa, das ist ein Flachgummiband vom Büromarkt Hansen :) Hatte verschiedene Größen gekauft und diese passte wie ne 1.
    Ich glaube den Elektromagneten hast Du genau richtig erkannt. Scheinst Dich ja auszukennen! :) Aber vom Magneten lasse ich die Finger. Dann lieber das ganze Werk ausbauen und den Riemen auf der versteckten Seite austauschen. Ich melde mich wieder!
     
  7. Hallo denbug

    (Hinsichtlich des Zugmagneten habe ich ja nur DARAN gedacht, daß Du einfach EINES der beiden Litzenkabel (die vom Zugmagneten zur Platine führen) DIREKT AUF DER PLATINE ablötest.)

    Übrigens:
    Diese "Gummi-Angelegenheit" könnte problematisch werden.
    Denn:
    Bei Antriebs-Peesen (bzw. Riemen) von Tapedecks, Kassettenrecordern, Bandmaschinen, Plattenspielern udgl. handelt es sich um absolute PRÄZISIONS-Elemente.

    Mit großer Wahrscheinlichkeit werden sich in Verbindung mit einem gewöhnlichen Gummi massive Gleichlaufschwankungen ("leiern") ergeben.

    Besonders FLACH-Peesen sind äußerst kritisch, weil sie (hinsichtlich der Motor-Achse) auf einem GEWÖLBTEN (bzw. "kugelförmigen") Messing-Antriebs-Rad laufen und sich dort (sozusagen) "automatisch" auf dem höchsten Punkt dieses kugelförmig ausgebildeten Antriebsrades (mittig) exakt zentrieren.
    Dies geschieht dadurch, daß die beiden seitlichen Kanten des Flachriemens völlig identische Spannungen (bzw. Elastizitäten) aufweisen. Dadurch "zieht" sich also ein (intakter) Flach-Riemen während des Betriebes immer EXAKT in die Mitte (und gleichzeitig den höchsten Punkt) des Antriebsrades und verharrt dort (also an der Stelle des größten Rad-Durchmessers) absolut ruhig.

    Herzliche Grüße
    Christian
     
  8. denbug

    denbug Tach

    Oh! Ok
    Habe gleiches schon bei einem bauähnlichen BASF 8100 eingebaut und das läuft bisher wunderbar. Und die Gleichlaufschwankungen verbuche ich dann mal unter "LoFi", siehe auch den Bandmaschinen-Thread :) Ich sehe sowieso keine Möglichkeit, noch Ersatzteile für diese Geräte zu bekommen. Also entweder so nehmen wie sie sind oder wegwerfen, oder?

    Aber interessant das zu wissen! Danke Christian!
     
  9. Hallo denbug

    Peesen gibt es in allen Varianten neu zu kaufen (Hier müßtest Du bei Bedarf googeln).

    Die Querschnitte von Peesen sind entweder rund, quadratisch (also vierkantig bzw. kantig), dreieckig oder flach (Flachriemen). Und es gibt da auch noch die Zahnriemen.
    Es sind praktisch alle Dimensionen erhältlich.
    Das heißt, daß Peesen in der Regel NICHT "gerätespezifisch" sind (genausowenig wie Transistoren).
    Eine (für ein Gerät) geeignete Peese muß also nur von den Maßen her passen.

    Dabei geht man wie folgt vor:
    Wenn man den Original-Riemen nicht mehr hat (oder wenn das Original zum Messen nicht mehr geignet ist, weil es total "ausgenudelt" ist), legt man einfach DORT, wo die Peese im Endeffekt verlaufen soll, einen weißen Faden um die Antriebsräder, und macht am Faden eine Markierung.
    Dann mißt man die Länge des Fadens ab, wobei die Fadenlänge sozusagen dem Peesen-"UMFANG"entspricht, und errechnet daraus den Peesen-DURCHMESSER (Die Durchmesser-Angabe einer Peese bedeutet also JENEN "Durchmesser", wenn die Peese zu einem Kreis "ausgelegt" ist.).

    Achtung:
    Wenn man den Peesen-Durchmesser ermittelt hat, muß man von diesem Maß unbedingt noch mindestens 10 bis 15 Prozent abziehen (denn die Peese muß ja "unter Spannung" stehen, damit sie nicht durchrutscht)!
    Dann wählt man (unter den erhältlichen Peesen) JENE Peese aus, deren Maße den ermittelten Werten am nächsten kommen.
    Die weiteren Angaben betreffen dann nur noch den Peesen-Querschnitt (also Dicke und Breite der Peese).

    Herzliche Grüße
    Christian

    PS.: Oft findet man im Sperrmüllbereich Geräte (Kassettenrecorder, Tapedecks und Kompaktanlagen mit Kassettenteil), die mitunter noch brauchbare Peesen enthalten.
    Die "erste" Adresse wäre natürlich der örtliche Bauhof. :mrgreen:
    Hach. Ich liebe es. :mrgreen:
     

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