Wieso berührt einen die Musik jüngerer Generationen (meistens) nicht?

serge
serge
*****
Alles, was nicht Klassik ist, ist sowieso Müll. In den Ohren der Klassikhörer.
Ähnelt das in dieser Pauschalität nicht der von Dir beklagten Küchenpsychologie?

Dass ich mich überhaupt daran reibe, liegt einzig an meinem durch keinerlei Zahlen belegbaren, sondern nur durch eigene anekdotische Erfahrungen getriebenen Glauben, dass die Mehrzahl der Leute, die "Klassik" hören (wobei ich fürchte, dass dieser Begriff gar nicht so scharf definiert ist) bzw. Orchesterkonzerte besuchen, dennoch auch andere Musik hören.

Diejenigen, die mit der Musik von vor 40, 50 Jahren noch was anfangen können, sterben auch mittlerweile weg -- und die nachfolgende Generation wird nicht darüber informiert, daß es jenseits ihres Tellerrandes noch so viel Buntes zu entdecken gibt.
Könnte sich letzteres langfristig nicht sogar als Vorteil erweisen? Dergestalt, dass dadurch die nachfolgende Generation die Chance hat, die "Musik von vor 40, 50 Jahren" auf eigene Faust entdecken (und vielleicht sogar lieben?) zu können, anstatt sie reflexartig nur deshalb abzulehnen, weil ihr diese Musik von der vorhergehenden Generation anempfohlen wurde?

Aber auch darauf könnte man mit dem Vorwurf der Küchenpsychologie entgegnen.
 
betadecay
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Dronemaster Flash
Dass ich mich überhaupt daran reibe, liegt einzig an meinem durch keinerlei Zahlen belegbaren, sondern nur durch eigene anekdotische Erfahrungen getriebenen Glauben, dass die Mehrzahl der Leute, die "Klassik" hören (wobei ich fürchte, dass dieser Begriff gar nicht so scharf definiert ist) bzw. Orchesterkonzerte besuchen, dennoch auch andere Musik hören.
Igor Levit (wenn das kein "Klassiker" ist...) hört gerne Rap/Hip-Hop:

 
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ppg360
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fummdich-fummdich-ratata
Ähnelt das in dieser Pauschalität nicht der von Dir beklagten Küchenpsychologie? [...]

Nein, es basiert aus Erkenntnissen, die ich in zwei Semestern Musikwissenschaften und diversen Begegnungen mit klassisch geschulten Musikern gewonnen habe -- "Dein Gedudel ist ja ganz nett, läßt aber jegliches kompositorisches Muster vermissen".

Und wenn Du mir nicht glaubst, frag mal Klaus Schulze. Dessen Wort wird vielleicht nicht sofort angezweifelt, weil er schließlich berühmt ist.

[...] Könnte sich letzteres langfristig nicht sogar als Vorteil erweisen? Dergestalt, dass dadurch die nachfolgende Generation die Chance hat, die "Musik von vor 40, 50 Jahren" auf eigene Faust entdecken (und vielleicht sogar lieben?) zu können, anstatt sie reflexartig nur deshalb abzulehnen, weil ihr diese Musik von der vorhergehenden Generation anempfohlen wurde? [...]

Du gehst offenbar von der Prämisse aus, daß jeder willens und imstande ist, über seinen Tellerrand zu schauen, wenn er nur will. Ich gehe davon aus, daß die nachwachsende Generation bewußt so blöde gehalten wird, daß sie es noch nicht einmal ahnt, daß überhaupt sowas wie einen Tellerrand gibt.

Das würde aber in den generellen Diskurs über Bildung führen und gebildete Hörer, die in der Lage sind, sich anhand von einer Vielzahl von Vergleichsmöglichkeiten ein eigenes Urteil zu bilden. Dafür habe ich keine Zeit, und daran habe ich erst recht kein Interesse -- ich erlaube mir einfach die Arroganz, jeden für blöde zu halten, bis er mir das Gegenteil bewiesen hat.

Stephen
 
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serge
serge
*****
Nein, es basiert aus Erkenntnissen, die ich in zwei Semestern Musikwissenschaften und diversen Begegnungen mit klassisch geschulten Musikern gewonnen habe -- "Dein Gedudel ist ja ganz nett, läßt aber jegliches kompositorisches Muster vermissen".
Sprachen wir nicht von Hörern, anstatt von Musikern?

Du gehst offenbar von der Prämisse aus, daß jeder willens und imstande ist, über seinen Tellerrand zu schauen, wenn er nur will.
Wenn Du die betrachtete Gruppe so groß denken willst, dass "jeder" der nachfolgenden Generation von ihr erfasst wird, kann ich schwerlich widersprechen. Ich ging nicht davon aus, dass "jeder" das machen wird, aber doch einige.

Ich gehe davon aus, daß die nachwachsende Generation bewußt so blöde gehalten wird, daß sie es noch nicht einmal ahnt, daß überhaupt sowas wie einen Tellerrand gibt.
Das widerspricht meinen "Erkenntnissen", die ich als Vater einer 15jährigen Tochter gewonnen habe. Aber gut, man könnte mir daher auch vorhalten, dass ich dadurch gleichsam zur Hoffnung verpflichtet bin.
 
Doc Orange
Doc Orange
Cybernetics
Ich finde es spannend, dass ‘die Jugend‘ nicht soviel anders ist, als ‚wir‘, als wir jung waren. Nur fangen sie offenbar noch früher an. Jedenfalls fiel mir das ein, als ich das Bots Video oben gesehen habe. Auch zu meiner Zeit lief ziemlich viel Schrott und vieles von dem, was ich damals altbacken und doof fand, habe ich erst viel später entdeckt und zu schätzen gelernt. Ich kenne auch Leute, die bis heute nur Elvis Costello und George Michael hören und alles, was ab den 90er passiert ist doof finden. Das geht mir gar nicht so. Ich entdecke immer wieder neue Musik, die zeitgemäß und spannend ist. Ich hab oft den Eindruck, viele werden erwachsen und bleiben einfach stehen. Darum ist es eher eine Frage der Persönlichkeit und ob man sich seine musikalische Neugier erhält, oder eben die Musik der jetzigen Jugend pauschal ablehnt. Darum würde ich den Titel des Threads nicht unterschreiben, weil es keine Frage des Alters ist, sondern der Offenheit.


https://youtu.be/6udfNIzRUX0

Sowas hören meine Kinder und ich finde es grandios.
 
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ringmodifier
ringmodifier
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ich mache mir schon lange keine Gedanken mehr darum warum mich die heutige Musik nicht mehr berührt.

ich höre schon seid Jahre kein mainstream Radio mehr.

ich finde im internet sprich YouTube trotz meines fortgeschrittenen alters immer noch Musik die mich Flashed.

man muss nur gucken wo und immer neugierig bleiben...es finden sich immer wieder perlen. sie scheint aber speziellerer Natur zu sein so dass die meisten fast unbekannt sind.

ich bin auch nicht mehr der "klassische" Musikhörer. stehe eher auf "geschmackvoll" zusammengemischte Sounds.

soundcollagen, Atmosphären.
 
JanJansen
JanJansen
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Ich finde es spannend, dass ‘die Jugend‘ nicht soviel anders ist, als ‚wir‘, als wir jung waren. Nur fangen sie offenbar noch früher an. Jedenfalls fiel mir das ein, als ich das Bots Video oben gesehen habe. Auch zu meiner Zeit lief ziemlich viel Schrott und vieles von dem, was ich damals altbacken und doof fand, habe ich erst viel später entdeckt und zu schätzen gelernt. Ich kenne auch Leute, die bis heute nur Elvis Costello und George Michael hören und alles, was ab den 90er passiert ist doof finden. Das geht mir gar nicht so. Ich entdecke immer wieder neue Musik, die zeitgemäß und spannend ist. Ich hab oft den Eindruck, viele werden erwachsen und bleiben einfach stehen. Darum ist es eher eine Frage der Persönlichkeit und ob man sich seine musikalische Neugier erhält, oder eben die Musik der jetzigen Jugend pauschal ablehnt. Darum würde ich den Titel des Threads nicht unterschreiben, weil es keine Frage des Alters ist, sondern der Offenheit.


https://youtu.be/6udfNIzRUX0

Sowas hören meine Kinder und ich finde es grandios.

Bei dieser Aussage kann ich mitgehen. Ehrlicherweise muss ich zugeben, dass ich anderes vermutet hatte.
 
Omega Minus
Omega Minus
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Nein, es basiert aus Erkenntnissen, die ich in zwei Semestern Musikwissenschaften und diversen Begegnungen mit klassisch geschulten Musikern gewonnen habe -- "Dein Gedudel ist ja ganz nett, läßt aber jegliches kompositorisches Muster vermissen".

So hat halt jeder seine Erfahrungen.

In unserer Jazz-Big Band weiß ich von midendestens drei Musikern oder ehemaligen Musikern, dass sie Klassik studiert haben. Mein oben erwähnter Musiklehrer hat das auch studiert, war aber offen gegenüber Jazz und Pop. Mein Saxophonlehrer hat auch klassische Querflöte studiert, trotzdem hört er auch viel Jazz un etwas Pop. Ich komme immerhin als Amateur vom rein klassischen Klavierunterricht und spiele wesentlich mehr Jazz als Klassik. Ich kenne eine Kirchenmusikerin, die auch die Rock-orierntierte Kirchenband leitet und Posaune in der Big Band spielt.

Ach ja, gibt sonne und sonne.

Grüße
Omega Minus
 
Synth
Synth
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Ich finde es spannend, dass ‘die Jugend‘ nicht soviel anders ist, als ‚wir‘, als wir jung waren. Nur fangen sie offenbar noch früher an. Jedenfalls fiel mir das ein, als ich das Bots Video oben gesehen habe. Auch zu meiner Zeit lief ziemlich viel Schrott und vieles von dem, was ich damals altbacken und doof fand, habe ich erst viel später entdeckt und zu schätzen gelernt. Ich kenne auch Leute, die bis heute nur Elvis Costello und George Michael hören und alles, was ab den 90er passiert ist doof finden. Das geht mir gar nicht so. Ich entdecke immer wieder neue Musik, die zeitgemäß und spannend ist. Ich hab oft den Eindruck, viele werden erwachsen und bleiben einfach stehen. Darum ist es eher eine Frage der Persönlichkeit und ob man sich seine musikalische Neugier erhält, oder eben die Musik der jetzigen Jugend pauschal ablehnt. Darum würde ich den Titel des Threads nicht unterschreiben, weil es keine Frage des Alters ist, sondern der Offenheit.


https://youtu.be/6udfNIzRUX0

Sowas hören meine Kinder und ich finde es grandios.


Das könnten auch die Talking Heads von heute sein....
 
Doc Orange
Doc Orange
Cybernetics
Ach ja, gibt sonne und sonne.
Ja, eben. Ich spele auch in einer Bigband und finde Jazz immer spannender. Eigentlich bin ich in die Band gegangen, um besser Basspielen zu lernen. Und der Lerneffekt ist immens. Als ich jung war, da war das die Musik meines Vaters und ich fand es alt und langweilig. Ich fand New Wave, Punk und Abseitiges viel spannender und eben Synth-Kram, Kraftwerk und was dann so aus England kam. Ich war lange Devo Fan. Klassik haben mir meine Musiklehrer verleidet, da musste dann erst Apcalypse Now kommen, damit ich mir ernsthaft Wagner anhören konnte. Aber je mehr ich höre, desto mehr entdecke ich auch, dass es alles schon mal gegeben hat und liebe es die unterschiedlichen Bezüge innerhalb der verschiedenen Genres zu finden. Es sind immer dieselben 12 Töne, nur in unendlichen Permutationen immer neu zusammengesetzt und angeordnet. Das wird nie aufhören. Es war früher nicht besser, nur anders.
 
Bernie
Bernie
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...wie der nette Bernie"hallo Bernie" das macht. Diese Energie könnte auch investiert werden in das tatsächliche auseinandersetzten mit der Musik von heute.
Fertige Tracks, die Jemand in 2 Stunden komplett "produziert" hat, höre ich mir nicht an, das ist Zeitverschwendung.
Ich bin den ganzen Tag 8-10 Stunden im Studio und hab Musik auf den Ohren, nenne mir nur einen einzigen Grund, warum ich mich so quälen sollte?
 
weasel
weasel
🤷‍♂️
Ich hab ja lange Jahre Musikwissenschaften studiert und mich u.a. auch mit genau dieser Frage beschaeftigt. Und natuerlich ist das so das die juengere Generation (schon immer) viel leichter und weiter ueber den Tellerrand rausblickt als die alten Saecke. Ich kenne genug Menschen unter 25 die sich mit 60s/70s soul besser auskennen als ich (Ü40). Oder die 90er Metal mehr abfeiern als jeden Billie Eilish song. Des Festgefahrenheit und Verengung der Scheuklappen kommt definitv mit dem Alter und hat absolut gar nichts mit der Qualitaet der Musik zu tun. Ich hab jetzt, ca. 15 Jahre nach der exmatrikulation, keine Studien-Links zur Hand aber es war halt wirklich schon immer so. Die alten entwerten die Musik der Jugend ohne sie zu verstehen oder sich auch nur ernsthaft damit auseinanderzusetzen. Die Ignoranz des Alters. Ab spaetstens 50 baut da halt wirklich auch das Gehirn ab, das laesst sich leider nicht abstreiten. Da wirkt neumodische Musik die man nicht versteht unterbewusst schon mal bedrohlich und wird alleine deswegen verleugnet. Auch waechst die heutige Generation natuerlich mit der Allverfuegbarkeit von allen Epochen, Stilen & Genres auf, was es zum Glueck viel leichter macht offen zu bleiben.

Man muss sich in dem Zusammenhang ja auch nur mal auf der Zunge zergehen lassen das die gleichen Menschen aelteren Semesters die an der Nutzung von Autotune zerbrechen ohne jegliche Scham Sequencer, Arpeggiator, Kompressoren, Midi-Editing benutzen. Ohne sich bewusst zu machen das das genauso wie Autotune eine Erweiterung ihrer mangelnden Handwerklichkeit ist.

Dazu kommt, was hier im Thread auch schon oefters erwaehnt wurde, das der Mensch nachgewiesen in seiner Jugendphase am staerksten gepraegt wird, und eine emotionale Verbindung zu Musikstilen/-stuecken nie wieder so einfach ist wie in der Pubertaet, wenn man gerade bewusstes/selektives Musikhoeren erst entdeckt hat. Und sich, zumindest in unserer Generation noch, mit Subkulturen, Codes, "Spezialwissen" usw abgrenzen konnte.

Es gibt extrem viele gute, hochwertige, gut gemachte/geschriebene neue Musik von jungen Menschen. Und es gab zu allen Zeiten schon immer seelenlose Retortenmusik. Wer das ernsthaft und absolut abstreitet ist ja von meiner Seite aus eh nicht ernst zu nehmen und wird unter "ignorantes Alteisen" abgelegt.

@AddictedToSuperGlue so sehr ich deine Absicht schaetze, mit dem zuspammen des Threads mit junger Musik tust du niemandem einen Gefallen. Erstens ruiniert es die lesbarkeit, zweitens finde ich und wohl auch viele der anderen Foristen 90% davon eher, naja, zweifelhaft in Bezug auf die gebotene Qualitaet?


edit:
Wenn hier jemand die inhaltsfrei, bekifft vor sich hin dudelnden Tangerine Dream mit berührt mich "emotional" beschreibt, dann doch nur deswegen, weil er "emotional berührbar" war, als er sie das erste mal gehört hat; heute ist er aber emotional so erkaltet (ok, ich übertreibe jetzt), dass er bei aktueller Musik nicht mehr emotional berührt wird. Bei Tangerine Dream erinnert er sich aber noch an die "Berührtheit".
Das hat also garnichts mit der Musik zu tun, sondern nur mit dem emotionalen Status zum jeweiligen Zeitpunkt.
genau das.
 
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Sunwave
Sunwave
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Ich hab ja lange Jahre Musikwissenschaften studiert und mich u.a. auch mit genau dieser Frage beschaeftigt. Und natuerlich ist das so das die juengere Generation (schon immer) viel leichter und weiter ueber den Tellerrand rausblickt als die alten Saecke. Ich kenne genug Menschen unter 25 die sich mit 60s/70s soul besser auskennen als ich (Ü40). Oder die 90er Metal mehr abfeiern als jeden Billie Eilish song. Des Festgefahrenheit und Verengung der Scheuklappen kommt definitv mit dem Alter und hat absolut gar nichts mit der Qualitaet der Musik zu tun. Ich hab jetzt, ca. 15 Jahre nach der exmatrikulation, keine Studien-Links zur Hand aber es war halt wirklich schon immer so. Die alten entwerten die Musik der Jugend ohne sie zu verstehen oder sich auch nur ernsthaft damit auseinanderzusetzen. Die Ignoranz des Alters. Ab spaetstens 50 baut da halt wirklich auch das Gehirn ab, das laesst sich leider nicht abstreiten. Da wirkt neumodische Musik die man nicht versteht unterbewusst schon mal bedrohlich und wird alleine deswegen verleugnet. Auch waechst die heutige Generation natuerlich mit der Allverfuegbarkeit von allen Epochen, Stilen & Genres auf, was es zum Glueck viel leichter macht offen zu bleiben.

Man muss sich in dem Zusammenhang ja auch nur mal auf der Zunge zergehen lassen das die gleichen Menschen aelteren Semesters die an der Nutzung von Autotune zerbrechen ohne jegliche Scham Sequencer, Arpeggiator, Kompressoren, Midi-Editing benutzen. Ohne sich bewusst zu machen das das genauso wie Autotune eine Erweiterung ihrer mangelnden Handwerklichkeit ist.

Dazu kommt, was hier im Thread auch schon oefters erwaehnt wurde, das der Mensch nachgewiesen in seiner Jugendphase am staerksten gepraegt wird, und eine emotionale Verbindung zu Musikstilen/-stuecken nie wieder so einfach ist wie in der Pubertaet, wenn man gerade bewusstes/selektives Musikhoeren erst entdeckt hat. Und sich, zumindest in unserer Generation noch, mit Subkulturen, Codes, "Spezialwissen" usw abgrenzen konnte.

Es gibt extrem viele gute, hochwertige, gut gemachte/geschriebene neue Musik von jungen Menschen. Und es gab zu allen Zeiten schon immer seelenlose Retortenmusik. Wer das ernsthaft und absolut abstreitet ist ja von meiner Seite aus eh nicht ernst zu nehmen und wird unter "ignorantes Alteisen" abgelegt.

@AddictedToSuperGlue so sehr ich deine Absicht schaetze, mit dem zusapmmen des Thread mit junger Musik tust du niemandem einen Gefallen. Erstens ruiniert es die lesbarkeit, zweitens finde ich und wohl auch viele der anderen Foristen 90% davon eher, naja, zweifelhaft in Bezug auf die gebotene Qualitaet?


edit:

genau das.
Guter Post!
 
4
4t6ßweuglerjhbrd
Guest
Fertige Tracks, die Jemand in 2 Stunden komplett "produziert" hat, höre ich mir nicht an, das ist Zeitverschwendung.
Ich bin den ganzen Tag 8-10 Stunden im Studio und hab Musik auf den Ohren, nenne mir nur einen einzigen Grund, warum ich mich so quälen sollte?
Seitdem ich weiß daß Beethoven das einfach so hingeschmiert hat
90

hör ich das auch nicht mehr.
 
Rolo
Rolo
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Ich kenne jetzt nicht so viele die um die 20 sind, aber die die ich kenne ,kennen sich auch mit Musik zumindest aus den 80er Jahren etwas aus und
haben davor Respekt. Ich bin Baujahr frühe 70er und habe wiederum Respekt vor Musik der 60er und 70er Jahre ,obwohl das noch lange vor meiner Zeit
war.
 
Rolo
Rolo
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Fertige Tracks, die Jemand in 2 Stunden komplett "produziert" hat, höre ich mir nicht an, das ist Zeitverschwendung.
2 Stunden ist wirklich arg schnell ^^ Ein gutes Grundgerüst auf das man aufbauen kann ist in dieser Zeit aber gut möglich, sogar mit Kaffeepause
 
Zuletzt bearbeitet:
S
spgl38dwht
Guest
Ich hab ja lange Jahre Musikwissenschaften studiert und mich u.a. auch mit genau dieser Frage beschaeftigt. Und natuerlich ist das so das die juengere Generation (schon immer) viel leichter und weiter ueber den Tellerrand rausblickt als die alten Saecke. Ich kenne genug Menschen unter 25 die sich mit 60s/70s soul besser auskennen als ich (Ü40). Oder die 90er Metal mehr abfeiern als jeden Billie Eilish song. Des Festgefahrenheit und Verengung der Scheuklappen kommt definitv mit dem Alter und hat absolut gar nichts mit der Qualitaet der Musik zu tun. Ich hab jetzt, ca. 15 Jahre nach der exmatrikulation, keine Studien-Links zur Hand aber es war halt wirklich schon immer so. Die alten entwerten die Musik der Jugend ohne sie zu verstehen oder sich auch nur ernsthaft damit auseinanderzusetzen. Die Ignoranz des Alters. Ab spaetstens 50 baut da halt wirklich auch das Gehirn ab, das laesst sich leider nicht abstreiten. Da wirkt neumodische Musik die man nicht versteht unterbewusst schon mal bedrohlich und wird alleine deswegen verleugnet. Auch waechst die heutige Generation natuerlich mit der Allverfuegbarkeit von allen Epochen, Stilen & Genres auf, was es zum Glueck viel leichter macht offen zu bleiben.

Man muss sich in dem Zusammenhang ja auch nur mal auf der Zunge zergehen lassen das die gleichen Menschen aelteren Semesters die an der Nutzung von Autotune zerbrechen ohne jegliche Scham Sequencer, Arpeggiator, Kompressoren, Midi-Editing benutzen. Ohne sich bewusst zu machen das das genauso wie Autotune eine Erweiterung ihrer mangelnden Handwerklichkeit ist.

Dazu kommt, was hier im Thread auch schon oefters erwaehnt wurde, das der Mensch nachgewiesen in seiner Jugendphase am staerksten gepraegt wird, und eine emotionale Verbindung zu Musikstilen/-stuecken nie wieder so einfach ist wie in der Pubertaet, wenn man gerade bewusstes/selektives Musikhoeren erst entdeckt hat. Und sich, zumindest in unserer Generation noch, mit Subkulturen, Codes, "Spezialwissen" usw abgrenzen konnte.

Es gibt extrem viele gute, hochwertige, gut gemachte/geschriebene neue Musik von jungen Menschen. Und es gab zu allen Zeiten schon immer seelenlose Retortenmusik. Wer das ernsthaft und absolut abstreitet ist ja von meiner Seite aus eh nicht ernst zu nehmen und wird unter "ignorantes Alteisen" abgelegt.

@AddictedToSuperGlue so sehr ich deine Absicht schaetze, mit dem zusapmmen des Thread mit junger Musik tust du niemandem einen Gefallen. Erstens ruiniert es die lesbarkeit, zweitens finde ich und wohl auch viele der anderen Foristen 90% davon eher, naja, zweifelhaft in Bezug auf die gebotene Qualitaet?


edit:

genau das.
Alles gut. Das ist Klasse geschrieben. Danke! Hab mir ja sogar noch Mühe gegeben nicht zu sehr anzuecken mit dem, was ich poste. Vielleicht war auch das der Fehler. Völlig egal. Wenn das, was ich posten würde, jedem gefallen würde, würde ich mich selbst nicht mehr mögen.
 
Bernie
Bernie
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2 Stunden ist wirklich arg schnell ^^ Ein gutes Grundgerüst auf das man aufbauen kann ist in dieser Zeit aber gut möglich, sogar mit Kaffeepause
Aber wohl kaum, um das im Netz als fertigen Track zu präsentieren.
Und dann muss man sich noch anhören, das man immer alle Sounds selber "baut" -so klingt es dann auch.
Das ist oft nur lieblos hingerotztes Zeug, weil sich heute jeder Zweite für den größten Producer vor dem Herrn hält.

Ich höre öfter auch jobbedingt Musik von sehr jungen Leuten und da sind auch einige echte Rosinen dabei, aber das ist eben nicht die große Masse.
Was bei mir meist auf dem Tisch landet, ist überwiegend totkomprimiertes 4/4tel Geballer und wenn du dann ganz lieb fragst, warum das so schräg klingt, heißt es, das es so gewollt ist, weil das ja experimentell sein soll.
"Ey, dat verstehste nich, is mein eigener cooler Style, Alter".
Nein, es ist einfach die totale Kacke und die Faulheit, das blödes Modularsystem mal sauber zu tunen.

Dann lade ich das in meinen Rechner, denn man möchte ja auch nett sein und sehe eine Wellenform wie ein Backstein.
Kein Headroom, null Dynamik, alles auf Anschlag und teils verzerrt.
"Mann, kannste dat phatt lauter machen, der Bass soll richtig drücken!"
 
S
spgl38dwht
Guest
Aber wohl kaum, um das im Netz als fertigen Track zu präsentieren.
Und dann muss man sich noch anhören, das man immer alle Sounds selber "baut" -so klingt es dann auch.
Das ist oft nur lieblos hingerotztes Zeug, weil sich heute jeder Zweite für den größten Producer vor dem Herrn hält.

Ich höre öfter auch jobbedingt Musik von sehr jungen Leuten und da sind auch einige echte Rosinen dabei, aber das ist eben nicht die große Masse.
Was bei mir meist auf dem Tisch landet, ist überwiegend totkomprimiertes 4/4tel Geballer und wenn du dann ganz lieb fragst, warum das so schräg klingt, heißt es, das es so gewollt ist, weil das ja experimentell sein soll.
"Ey, dat verstehste nich, is mein eigener cooler Style, Alter".
Nein, es ist einfach die totale Kacke und die Faulheit, das blödes Modularsystem mal sauber zu tunen.

Dann lade ich das in meinen Rechner, denn man möchte ja auch nett sein und sehe eine Wellenform wie ein Backstein.
Kein Headroom, null Dynamik, alles auf Anschlag und teils verzerrt.
"Mann, kannste dat phatt lauter machen, der Bass soll richtig drücken!"
Das kann ich alles nachvollziehen. Aber war es denn früher die Masse die wirklich was drauf hatte?
 

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