Summa hat da völlig recht, mit der Aussage, daß die Phase Distortion im Grunde eine Art FM ist.
Auch wenn hier nur die Phase verbogen wird, indem die Wellenform durch eine Funktion mit variabler Geschwindigkeit ausgelesen wird. Es ist bei CASIO also keine klassische FM, das ist es bei YAMAHAs PM aber auch nicht.
Der Ringmodulator hat erstmal nix weiter mit der DCW Sektion des Synths(dem Pseudofilter) zu tun.
Im Grunde ist ein Ringmodulator eine Art Amplituden Modulation, bei der 2 Signale miteinander multipliziert werden und zwar auch die negativen Halbwellen.
Durch den RingMod kommt man beim CZ zB zu metallischen und verzerrten Ergebnissen.
Beim RingMod kannst zB mal versuchen den Detune 1' 2' Button zu drücken.
Bspw Detune mit einem Abstand von einer +1 oder +2 Oktaven und einer Quinte (also +7 Halbtönen) kann man synthetisch klingende DistotionGuitar ähnliche Sounds erzeugen.
Was den original CASIO CZs aber völlig abgeht, ist eine Echtzeitsteuerung der Synthese Parameter, das können so nur die virtuellen Klone.
Die einzige Ausnahme ist hier der CZ-1, der mittels (recht grob gerastertem 15 stufigen) Velocity und Aftertouch in Echtzeit moduliert werden kann. Portamento On/Off und Portamento Time ist eine weitere Ausnahme, die sogar über MIDI CC in Echtzeit kontrollierbar ist.
Veränderungen an den Hüllkurvenparametern sind in Echtzeit nicht so wohlklingend, da die Hüllkurven jedes mal wenn man einen Parameter ändert neu gestartet werden.
Ich hab vor vielen Jahren selbst mal einen CZ Clon mit Synthedit gebaut, die Schwächen waren die gleichen, wie bei all den anderen VSTs die sich an der Emulation der CASIOs versuchen.
Ich gehe stark davon aus, daß hier bei allen VSTs (Arturias CZ-V, Oli Larkins VirtualCZ, und Synthedit basierte VSTs) der selbe Quellcode bzw die selben Algorithmen als Ausgangsbasis zugrunde liegen.
Zumindest scheinen alle genannten VSTs die gleichen Schwächen gegenüber dem Original zu teilen.
Da wären die im Slope schlafferen Rate/Level Hüllkurven.
Die Hüllkurven der CASIOs sind deutlich knackiger mit einem ausgeprägteren "Slope", als die aller virtuellen Clone die es so gibt.
Für die DCAs lässt sich das experimentell schön sehen, wenn man im CZ-V ein original SysEx aus dem CZ importiert und beide Wellenformen auf Sicht vergleicht.
Bei den DCWs sieht man das nicht so gut, aber meine Ohren sagen mir da das Gleiche.
Die Sounds des Originals klingen daher immer etwas dynamischer.
Die Ring- und Noise-Modulation der Klone kommt auch nicht so gut zur Geltung, wie beim Original.
Bei meiner Synthedit CZ Kreation konnte man dem aus dem Ringmod durch eine zusätzliche Verstärkung des Line 1 Signal auf dem RingMod etwas von dem fehlenden "Grip" herauskitzeln.
Streckenweise hab ich auch den Eindruck, daß beim Anti Aliasing nach oben hin zu stramm bzw früh ausgedünnt wird.
Mit Synthedit konnte man das Anti Aliasing stufenweise anpassen, denn gelegntlich ist ein wenig Aliasing bei Digitalen Sound recht charmant.
Aber eine solche Einstellmöglichkeit fehlt den kommerziellen VST Clones, wie dem CZ-V.
Aber das sind Feinheiten die der CZ-V durch seine alternativen Hüllkurven Modelle, die Echtzeit Modulations-Möglichkeiten und die riesige Mod-Matrix locker wieder wett macht.
Von daher ist der CZ-V in meinen Augen die bessere Wahl in den meisten Fällen.
Was mir noch bei der neuen 7.1 Version aufgefallen ist, ist daß der Bugfix für das vorher fehlerhafte Portamento in die Hose gegangen ist.
Aber immerhin scheinen die auf meinen damaligen Bug Report im
Arturia Forum reagiert zu haben, haben halt nur einen neuen Bug eingebaut.
Das Portamento lässt sich nämlich seit 7.1 nicht mehr Legato spielen, das pitcht fröhlich jede folgende Note, egal ob eine Pause zwischen den Noten ist oder sie überlappen.
Den Voice Cancellation Bug bei wiederholtem Anschlagen der gleichen Taste haben sie auch gefixt.