juno-60 reparatur

Dieses Thema im Forum "Lötkunst" wurde erstellt von matiss, 24. November 2012.

  1. matiss

    matiss -

    Hallo,
    ich habe hier einen Juno-60 restauriert, bei dem anfangs die Fader für LFO und PWM sowie der schalter daneben für die Modulationsquelle abgebrochen waren. Es stellte sich heraus, dass die Gewalteinwirkung so heftig war, dass die Platine angebrochen und etliche leiterbahnen durchtrennt waren. Man konnte gespeicherte Sounds abrufen, aber keine erstellen. Nun habe ich mit mehrmaligen Anlauf die Fader und den Schalter ersetzt, die Platine fixiert und verstärkt, und die unterbrochenen Leiterbahnen mit Leitsilber verbunden. Das ganze ist ziemlich stabil.
    Daraufhin funktionierte der Juno auch wieder! Und zwar alles.
    Leider hat sich relativ bald die Resonanz verabschiedet. Es fing so an, dass sie mal da war, dann wieder weg.
    Ich dachte natürlich sofort an einen wackler, bzw dass die Verbindungen nicht halten.
    Jetzt habe ich aber alle reparierten Leiterbahnen durchgemessen, und überraschenderweise sind da keine Unterbrechnungen. der Fader ist auch in Ordnung.
    Wo kann jetzt der Fehler liegen?
    Wenn man einen Sound mit Resonanz anwählt, und dann den Resonanz-Regler nach oben bewegt, passiert erstmal gar nichts bis kurz vor dem Maximum, dann verschwindet die Resonanz. Wenn der Regler umgekehrt ganz oben ist, und man Ihn langsam runterfährt, verschwindet die Resonanz sofort. Es passiert also nur etwas im oberen Reglerbereich, und auch nur bei sounds die mit Resonanz abgespeichert wurden, und zwar bricht dann die Resonanz Einstellung ab...:sad:
    Ich kann eigentlich nur offensichtliche Schäden reparieren, jetzt wird es kompliziert, weil es scheinbar nicht an einer unterbrochenen Verbindung liegt.
    ich wär dankbar für ein paar Hinweise, wo ich noch suchen könnte.
    Kann es am Pot-mpx ic liegen? kann man den testen. Ich habe nur ein Multimeter.
    Besten Dank schonmal
     
  2. Ich würde sagen, da fehlt die Massenanbindung des Potis. Entweder gebrochene/kalte Lötstelle, oder die Poti-Schleiferbahn im inneren ist gebrochen.

    Kontrollier erst mal im Ausgeschalteten Zustand, ob der Schleiferkontakt bei herunter gezogenem Poti 0 Ohm gegen Masse hat. Wenn nein, dann kontrolliere die Lötung, und die Leiterbahn, die das Poti mit Masse versorgt. Wenn das ok ist: Poti auslöten, Gehäuselaschen aufbiegen, Poti auseinandernehmen und sich das Innenleben ansehen.
     
  3. matiss

    matiss -

    Hallo Florian,
    vielen Dank für deine Hilfe!
    Bei diesem Juno hatte ich schon alle Poti geöffnet, gesäubert, und zum Teil abgebrochene Schleifer/Hebel duch intakte erstetzt , das habe ich beim Resonanz-Regler gestern Nacht nochmal gemacht, aber es sieht Innen prima aus, und wenn ich die kleineren beiden Füßchen verbinde erhalte ich einen veränderbaren Widerstand über 50K.
    Die Lötstellen sind erneuert und alle leitenden Verbindungen sind OK, also von die von den Füßchen des Poti bis zur nächsten Lötstelle auf der Platine, die über eine Leiterbahn verbunden sind. Ich habe alles mit dem benachbarten Freq. Poti verglichen, es Verhält sich genauso.

    Und wenn ich richtig gemessen habe, dann hat auch der Schleiferkontakt 0 Ohm gegen Masse, wenn er heruntergezogen ist.

    Es scheint irgendwie nicht am Poti zu liegen, gäbe es noch eine andere Vermutung?
     
  4. Ok, jetzt Strom an: Miss am Panelboard A am Resonance Slider am untersten Kontakt (der mit R179 verbunden ist) die Spannung gegen Masse. Die muss sich linear von 0V bis 5V mit der Slider-bewegugn verändern.

    Wenn das ok ist. Am Panelboard-A die Spannung am Test-Point 10 (=Pin7 von IC6) gegen Masse messen. Hier müssten auch 0-5V kommen. Vor IC6 ist eine Diode nach Masse. Wenn die einen Hau hat, könnte das so komische Effekte haben.
     
  5. matiss

    matiss -

    Hallo Florian,
    klasse, offenbar hast Du direkt den Fehler eingegrenzt!
    Also am Slider sieht es gut aus, die Spannung reicht von 0 bis 5V.
    Bei Pin7 IC6 kommt dagegen ziemlich wenig an, ich messe 0,42V, wenn ich am Slider 5V habe.
    Sollte ich also besagte Diode wechseln? Wenn ja, welche genau ist das?
    Vielen Dank, dass Du dir die Zeit nimmst!
     
  6. Ich weiss nicht genau, was da am Pin7 von IC6 ankommen muss. Du kannst es aber vergleichen mit Pin7 von IC10 wenn Du den Noise-Regler bewegst.

    Die Diode ist die D13. Im Original ist es eine 1S2473. Wenn Du die nicht bekommst, nimm eine 1N4148 (das ist ein Standard).

    Florian
     
  7. matiss

    matiss -

    Ich habe seit gestern noch einen zweiten, funktionstüchtigen Juno 60 hier.
    Ich habe dort 5V an Pin 7 gemessen.
    Sollte ich dann nicht noch messen, was vor der Diode ankommt, um sicher zu gehen, dass wirklich die Diode defekt ist?
    merci!
     
  8. matiss

    matiss -

    Also an meinem Multimeter ist eine Diodenprüffunktion. Ich habe die drei Dioden, d12,13,14 bei ausgeschaltetem Zustand und ohne sie ausgelötet zu haben mal damit geprüft.
    Alle drei Dioden liefern dieselben Werte, in die eine Richtung einen hohen in die andere eine 1.
     
  9. Naja, das mit der Diode ist nur ein Verdacht. Du kannst die Diode einfach mal auslöten, und dann die Spannung am Pin7 des ICs messen.

    Weiterhin: zieh den Multipinstecker direkt in der Nähe vom IC6 mal ab (Anschlüsse 40 - 45), und miss dann die Spannung am Pin7 des IC6 während Du den Resoregler bewegst (mit dem Stecker hängst Du die Last weg von dem S&H Buffer - vielleicht ist es nicht der Buffer, sondern einer Resonanz-VCA-Transitoren oder ein Trimmer hat nen Hau).
     
  10. matiss

    matiss -

    Ich habe bis jetzt folgendes gemacht, Dioden 12 und 13 miteinander vertauscht. Das macht keinen Unterschied.
    An Pin 5 von IC6 liegt eine geringere Spannung an, als an Pin 5 von IC7, wenn die jeweiligen Fader, also Resonance und VCA Level hochgezogen sind. Da müßte dann doch eigentlich dieselbe Spannung anliegen.
    Es sei denn, man ruft einen abgespeicherten Sound auf mit hoher Resonanzeinstellung.
    Für mich als Laie sieht es so aus, dass die Spannung, die bei IC6 ankommt, erst bei hochgezogenem Resonanzregler überhaupt etwas bewirkt bzw. sich minimal verändert, und zwar dass die Resonanz dann auf null geht. Die Spannung bleibt offenbar über den gesamten Reglerweg bei 0 und übersteigt diesen Wert erst im oberen Bereich ein wenig, so dass die Resonanz dann runtergeregelt wird. Ich hab's nicht genau nachgemessen, da ich keine Hand frei habe, den Regler zu betätigen.
     
  11. Hast Du mal das mit dem abgezogenen Stecker probiert? Das wäre wichtig. Dann kann man sehen. Ob das Problem auf der Seite der S&H-Stage liegt, oder auf der Seite des Voiceboards.
     
  12. matiss

    matiss -

    Das habe ich nicht probiert.
    Ich habe aber das Panel Board A aus dem Funktionierenden Juno 60 eingebaut, und dann ging alles.
    Das Problem muss also auf Panelboard A liegen.
    Eine seltsame Sache ist mir aufgefallen: Wenn ich die Spannung hinter dem Widerstand am Resonance Regler messe (die dann auch bei IC27 ankommt), nimmt diese konstant bis irgendetwas bei 3,7 V zu, danach nimmt sie nicht mehr zu, obwohl sie vor dem Widerstand noch weiter zunimmt. Bei den anderen Reglern nimmt sie bis knapp 5V zu. Das kann ich mir nicht erklären.
    Kann es sein, dass IC27 irgendwie defekt ist? Man muß auch bedenken, bei meinem ersten Versuch gab es noch ein starkes übersprechen der reparierten Leiterbahnen, weil die so eng bei einander liegen und das leitsilber über denn Riss die Bahnen miteinander verbunden hatte. (10 Bahnen, die mit IC27 verbunden sind, waren gebrochen) Bei meinem zweiten Versuch war das nicht mehr hörbar, also die Regler haben sich nicht mehr gegenseitig beeinflußt.(hunderprozent nachmessen kann ich aber nicht, dazu müßte ich wohl den ic auslöten) Vielleicht hat der IC dadurch etwas abbekommen?
     
  13. matiss

    matiss -

    Re: juno-60 reparatur/Lösung

    Das konnte natürlich keiner wissen, der Fehler lag in meiner eigenen Reparatur, die Resonance Leiterbahn war immer noch nicht ausreichend von der benachbarten Leiterbahn isoliert. Komischerweise hat es anfangs funktioniert, d.H. es hat sich eine Verbindung zur benachbarten Leiterbahn erst nachträglich gebildet.
    Risse in so dicht liegende Leiterbahnen lassen sich auch nicht so einfach reparieren (vor allem, wenn man das noch nie gemacht hat:)... Im Riss fließt das Leitsilber und schließt die benachbarten Bahnen kurz. (obwohl ich versucht habe, das mit Isolierlack zu verhindern). Außerdem bekommt man kaum so feine Striche mit dem Leitsilber hin, ich habe mir extra einen unverschämt teuren "conductive-pen" und einen Isolier-Stift gekauft, aber auch damit geht es nicht so einfach wie ich mir das von den Stiften erhofft habe. Vermutlich ist es gescheiter, die unterbrochenen Bahnen einfach mit Drähten/kabeln zu überbrücken.
     

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