Können sich Musiker weiterentwickeln ?

S
serenadi
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Markus Berzborn schrieb:
Ich sehe den Sinn des menschlichen Lebens darin, sich immer weiter zu verbessern - in jeglicher Hinsicht.

Guter Satz!! (*G*)

Wobei "sich verbessern" wieder eine Frage des Standpunktes sein kann - dennoch: es gibt für die Entwicklung Blockaden - und die gilt es herauszufinden.
 
Bluescreen
Bluescreen
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Spontan fallen mir 2 Beispiele ein.

Für weiterentwicklung: Robert Fripp

Für 30 Jahre Stagnation: Carlos Santana
 
Summa
Summa
hate is always foolish…and love, is always wise...
Bei der letzten Yello LP war imho eine recht ordentliche Weiterentwicklung hoeren. Ansonsten koennte ich mir vorstellen dass viele Kuenstler ihre Fan-Basis nicht entaeuschen wollen und ihre Weiterentwickungen unter einem Pseudonym ausleben...
 
Jörg
Jörg
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Ach was soll´s denn... mir persönlich ist meine musikalische Weiterentwicklung nicht wirklich wichtig. Höchstens in Sachen Fingerfertigkeit (da hapert es noch ein wenig ;-) ), aber sonst gilt für mich: Haupsache es macht Spaß! Schließlich ist das ein Hobby, und weder Broterwerb noch E-Musik.

Von "richtigen" Künstlern ist das übrigens imho auch zu viel verlangt. Klar ist es schön, wenn es jemand schafft, sich wirklich weiterzuentwickeln und trotzdem noch gute Sachen zu machen. Aber oft genug gibt´s auch nur Murks.
Weiterentwicklung ist gut - aber i.d.R. wird sie wohl eher von "neuen" Musikern geleistet und nicht von alten Haudegen.
Ich finde das völlig ok.

Nach einem wirklich netten Ambient-Konzert habe ich draußen vor der Tür auch zwei Leute reden hören, dass es so was doch schon vor soundsoviel Jahren gegeben hätte, und wo denn da die Weiterentwicklung wäre und blaaaaaaaablablaaa.
Die haben sich um ein schönes Konzert gebracht. Selbst schuld.
 
Horbach
Horbach
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Bluescreen schrieb:
Für 30 Jahre Stagnation: Carlos Santana

Hmm, der hat vor 30 Jahren zusammen mit Gregg Rolie noch richtig geile Musik gemacht, Instrumentals mit richtigen Battles Orgel gegen G!tarre und toller perkussion. Die ersten 3 Santana Alben höre ich auch heute noch sehr gerne.

Aber heute? Irgendwas, was an Boygroups erinnert und in die Hitparade passt mit etwas ausgelutschtem Santana-Geschrummel drin. Das finde ich ein tolles Beispiel eines musikalischen Rückschritts. Und ein Beweis des Titels dieses Threads ;-)

Mein Favorit der früheren Genialität von Santana (der Band wohlgemerkt, nicht Carlos') ist der Titel Toussaint l'overture. Zu geniessen in einer der zahlreichen Liveversionen.
 
MvKeinen
MvKeinen
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Ich glaub wenn ein Musiker das macht was er wirklich will, dann bleit ihm nichts anderes übrig als sich weiterzuentwickeln. Das heisst aber nicht, dass alles immer neu sein muss.

Zitat Hindemith: "Ehrlich soll es sein"

Wenn also ein Musiker ehrlich zu sich selbst ist, dann entwickelt er sich weiter, weil das Selbst sich ja gezwungenermaßen weiterentwickelt.

Obs gefällt ist eine andere Frage
 
S
serenadi
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Undergrind schrieb:
Wenn also ein Musiker ehrlich zu sich selbst ist, dann entwickelt er sich weiter, weil das Selbst sich ja gezwungenermaßen weiterentwickelt.

Danke. Schönes Statement.


Jörg schrieb:
Haupsache es macht Spaß!

Also bleibt die Feststellung:
Jeder Anspruch auf "Weiterentwicklung" kommt von außen.
Wenn man der Überzeugung ist, er käme aus einem selbst heraus, so läuft man letztendlich nur einem "selbst-erdachten" äußeren Anspruch hinterher.

So könnte man Santana beneiden: Er ruht in sich selber, "scheiß auf die Leute, die was anderes von mir wollen, ich spiel, was mir Spaß macht."
 
Jörg
Jörg
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serenadi schrieb:
Also bleibt die Feststellung:
Jeder Anspruch auf "Weiterentwicklung" kommt von außen.
Wenn man der Überzeugung ist, er käme aus einem selbst heraus, so läuft man letztendlich nur einem "selbst-erdachten" äußeren Anspruch hinterher.
Nein, warum denn?
Es gibt sicher viele Leute, die von sich aus den Anspruch haben, sich weiterzuentwickeln. Siehe auch Markus Berzborns Statement.
Ich meine nur, dass das nicht so sein muss, und dass man auch zufrieden sein kann, wo man steht. Dann von außen eine Weiterentwicklung einzufordern, finde ich nicht unbedingt angemessen.
"Sich treu bleiben" kann auch was Gutes sein.
 
M
Markus Berzborn
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Man muss bei der ganzen Sache natürlich berücksichtigen, dass Musiker - wie alle Menschen - nicht nur verschieden begabt sind, sondern auch ganz unterschiedliche Charaktereigenschaften haben. Man kann nicht von allen das gleiche Verhalten erwarten. Ist ja auch gut so. Letztlich hat jede Musik eine Daseinsberechtigung, wenn sie auch nur einem Menschen gefällt.

Gruß,
Markus
 
S
serenadi
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Ok, beschränken wir das mal auf die "künstlerische Weiterentwicklung", nicht die handwerkliche.

Wer beurteilt eine "künstlerische Weiterentwicklung"?

Es wird wohl kaum jemand von sich selbst behaupten, daß er sich zurückentwickelt hat.
Ein Karl Moik, der früher Jazz gemacht hat spielt heute Volksmusik.

Wer will da die Qualifiziertheit der Entwicklung beurteilen, wenn nicht das Außen, die Gesellschaft, der Konsument ?

Man selber wird immer gute Gründe finden, warum solch ein Schritt (in welche Richtung auch immer) eine "positive" Entwicklung ist.

Also kann man doch den Anspruch aus sich selbst heraus einfach fallen lassen und das machen, was einem Spaß macht. Dann braucht man doch diesen "eigenen Anspruch" gar nicht.
 
M
Markus Berzborn
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serenadi schrieb:
Also kann man doch den Anspruch aus sich selbst heraus einfach fallen lassen und das machen, was einem Spaß macht. Dann braucht man doch diesen "eigenen Anspruch" gar nicht.

Dann vielleicht so: Man sollte nur einen Anspruch an sich selbst stellen, wenn es einem Spaß macht. :lol:

Gruß,
Markus
 
 


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