Mein Großvater war Multinstrumentalist und Jazz-Drummer in einer amerikanischen GI-Band und wollte unbedingt, dass wir drei Enkel ein Musikinstrument erlernten, was ich aber bis auf meine beiden anderen (älteren) Brüder, die in der Kirche Konzertgitarre und Balalaika lernten, völlig doof fand.
Mein Vater hatte Zuhause eine über Ventilator zur Soundgenerierung betriebene Heimorgel, die allerdings so dermaßen verstimmt war, dass sie in jeden Hitchcock-Film völlig super gepasst hätte, mich aber einfach nur tatsächlich gruselte und aboslut keinen Spaß daran hatte.
1984 stand da im Zimmer meines älteren Bruders plötzlich ein Roland Juno-106 und ich war so faszniniert von den Klängen, die ich so noch nie gehört habe.
So war also das erste Instrument, dass ich zu bespielen versuchte, der Roland Juno-106.
Musste ich immer heimlich machen, sonst hätte er sonstwas mit mir angestellt und ich passte immer peinlich genau darauf auf, wie alle Regler standen (auf Papier notiert) und ich nach Möglichkeit nie an den Reglern rumspielte.
Nun ja, irgendwann ist er dann doch über meine "Notizen" gestolpert, zählte natürlich sofort 1:1 zusammen und es gab ein Mega-Donnerwetter, bei dem ich zum 1.Mal (und einzigen Mal) so richtig Angst vor meinen Bruder bekam.
Tat ihm dann auch wirklich wahnsinnig leid und so nahm er mich unter seine Fittiche und so fand ich mich Ender der 80`er (mit 13/14) in einem extrem gut ausgestatteten PC/Midi-Studio wiederfand, mit allem drum und dran, von Samplern, Synthies, C-Lab Notator/Creator und
Steinberg Cubase auf Atari`s, komplettes Tontechnik-Equipment und so eine "Ausbildung" im Musikstudio durchlief.
Der Sampler (Emax) begeisterte mich sogleich und seine Möglichkeit, damit Remixe anfertigen zu können, denn Komposition interessierte mich da noch gar nicht so, sondern das Remixen.
Musste schnell lernen, denn viel Zeit um all die Sachen überhaupt ausprobieren zu dürfen, wurde mir nie so wirklich eingeräumt. (1-3 Stunden in der Woche) und ich auch viel durch das reine Beobachten lernte. Den Sampler habe ich in dieser Zeit mehr über das Manual erlernt, als wirklich in der Praxis...denn wenn ich mal ran durfte, wollte ich zumindest schon theoretisch vorbereitet sein.
Die Zeit war mir natürlich immer viel zu knapp und so war ich dann auch alsbald als 15-jähriger "Knirps" Stammgast im Berliner "Sound&Drumland" und konnte dort wirklich alles ausprobieren, was es zu der Zeit insbesondere an Sampler und Synthies gab und fand mich nicht nur mit den Emax`en sehr schnell zurecht, sondern insbesondere der Ensonic VFX und EPS 16+ waren meine Favoriten.
Naja, so kam dann unweigerlich das Eine zum Anderen, denn meine spieltechnischen Fertigkeiten waren bis dato leider nicht so ausgeprägt, wie der rein technische Umgang mit den Geräten und so legte ich mir nach langem Schielen und Abwägen nach einem Dynacord ADS, dennoch einen Roland W30 als Preset-Schleuder zu, um überhaupt erst einmal wirklich fingerfertiger Keyboard spielen zu lernen (und natürlich musste er Sampeln können).